Feld 12 lesen · Stand 22. September 2026

Was bedeuten die Schlüsselzahlen im Führerschein?

In Feld 12 stehen Auflagen, Beschränkungen und Zusatzrechte. Zweistellige harmonisierte Codes gelten grundsätzlich EU-weit; dreistellige nationale Codes gelten regelmäßig nur in Deutschland.

Häufige Einträge

Wichtige Codes im Überblick

Die Liste ist bewusst nicht vollständig. Der genaue Eintrag steht in der Zeile der jeweiligen Klasse und kann Untercodes oder Zusatzangaben enthalten.

CodeBedeutung in Kurzform
01.01 / 01.02 / 01.06Brille / Kontaktlinsen / Brille oder Kontaktlinsen.
78Nur Fahrzeuge mit Automatikgetriebe.
79.03 / 79.04Klasse A auf dreirädrige Fahrzeuge beschränkt; 79.04 zusätzlich mit Anhänger bis 750 kg.
79.05A1-Krafträder mit einem Leistungsgewicht über 0,1 kW/kg.
79.06BE-Kombination, bei der die zulässige Gesamtmasse des Anhängers 3.500 kg übersteigt.
96B-Kombination mit Anhänger über 750 kg und Summe über 3.500 bis 4.250 kg.
171 / 172Nationale Alt-Rechte: bestimmte Fahrzeuge der Klasse D ohne Fahrgäste mit C1 beziehungsweise C.
174 / 175Nationale Erweiterungen alter Rechte der Klasse L, jeweils mit gesetzlichen Begrenzungen.
196Klasse B national für bestimmte A1-Krafträder nach Schulung; nur im Inland.
197Praktische Prüfung auf Automatik plus vorgeschriebene Ausbildung und Testfahrt auf Schaltfahrzeug; keine Automatikbeschränkung.

Passende Vertiefung

Code im Zusammenhang prüfen

Feld 12 richtig lesen: erst die Zeile, dann den Code

Auf der Rückseite des EU-Kartenführerscheins stehen die Fahrerlaubnisklassen zeilenweise. Feld 9 nennt die Klasse, Feld 10 regelmäßig das Erteilungsdatum, Feld 11 gegebenenfalls das Gültigkeitsende und Feld 12 die Beschränkungen, Auflagen oder Zusatzangaben. Ein Code in der Zeile B gehört daher grundsätzlich zur Klasse B; derselbe Zahlenblock in einer anderen Zeile kann einen anderen praktischen Zusammenhang haben.

Anlage 9 FeV verlangt, dass klassenbezogene Einträge in Feld 12 in der Zeile der betreffenden Fahrerlaubnisklasse stehen. Einträge, die für alle erteilten Klassen gelten, werden in der letzten Zeile unter den Spalten 9 bis 12 vermerkt. Lesen Sie deshalb nie nur einen vergrößerten Bildausschnitt mit der Zahl. Notieren Sie Klasse, Erteilungsdatum, Ablaufdatum, vollständige Schlüsselzahl und alle Zusätze in Klammern.

Ein verlässlicher Leseablauf

  1. Identifizieren Sie die betreffende Klassenzeile.
  2. Lesen Sie die Zahl vollständig, einschließlich Punkt, Untercode, Klammern, Komma oder Schrägstrich.
  3. Prüfen Sie, ob mehrere Codes in derselben Zeile stehen.
  4. Vergleichen Sie die Bedeutung mit der aktuellen Anlage 9 FeV.
  5. Prüfen Sie das konkrete Fahrzeug und die konkrete Nutzung gegen Klasse und Code zusammen.
  6. Bei Besitzstands-, Gesundheits- oder Umschreibungsfragen lassen Sie den Fahrerlaubnisbestand von der Behörde bestätigen.

Kommas trennen nach der amtlichen Vorbemerkung Häufungen, Schrägstriche kennzeichnen Alternativen. Bei den Hauptschlüsselzahlen 44, 50, 51, 70, 71 und 79 sind Unterschlüsselungen obligatorisch. „79“ allein ist deshalb keine vollständige Beschreibung. Zusätzliche Ziffern oder Fahrzeugangaben können den Umfang enger bestimmen.

Harmonisierte EU-Schlüsselzahlen und nationale Codes unterscheiden

Harmonisierte Schlüsselzahlen der Europäischen Union bestehen aus zwei Ziffern. Eine Unterschlüsselung ergänzt nach einem Punkt weitere Ziffern oder Buchstaben, zum Beispiel 01.06 oder 79.06. Nationale Schlüsselzahlen bestehen aus drei Ziffern, etwa 171, 174, 196 oder 197. Anlage 9 stellt ausdrücklich klar, dass nationale Schlüsselungen nur im Inland gelten.

Diese Form ist ein wichtiger erster Hinweis: 96 ist ein harmonisierter Code; 196 ist ein deutscher nationaler Code. Die ähnliche Endung macht sie nicht verwandt. Code 96 betrifft Anhängerkombinationen der Klasse B, Code 196 den inländischen Zugang zu bestimmten 125-cm³-Krafträdern mit Klasse B.

Auch ein harmonisierter Code ist kein grenzenloses Reiseversprechen. Die zugrunde liegende Klasse muss gültig sein, das Fahrzeug muss zur Beschreibung passen und im Ausland gelten zusätzlich die dortigen Verkehrs-, Zulassungs- und Betriebsvorschriften. Bei einer Reise ist der vollständige Führerschein mitzuführen; eine private Übersetzung dieser Seite ersetzt keine amtliche Dokumentation.

Warum nationale Codes häufig beim Umtausch auftauchen

Beim Wechsel eines alten deutschen Führerscheins in das Kartenformat müssen erworbene Besitzstände in das heutige Klassensystem übersetzt werden. Manche alten Rechte passen nicht exakt in eine moderne EU-Klasse. Nationale Schlüsselzahlen dokumentieren dann begrenzte deutsche Zusatzrechte oder Auflagen. Die Codes 171 bis 175 dürfen nach dem Hinweis in Anlage 9 nur bei der Umstellung bestimmter bis 31. Dezember 1998 erteilter Fahrerlaubnisse und in den dort genannten Übergangsfällen verwendet werden.

Schlüsselzahl 01.06: Brille oder Kontaktlinsen

Die Hauptschlüsselzahl 01 steht für Korrektur des Sehvermögens und/oder Augenschutz. 01.01 bedeutet Brille, 01.02 Kontaktlinsen und 01.06 „Brille oder Kontaktlinsen“. Wer 01.06 eingetragen hat, muss beim Fahren eine der beiden zugelassenen Sehhilfen verwenden. Der Code bedeutet nicht, dass eine Sehhilfe nur empfohlen ist.

Bei einer Kontrolle muss die Auflage erfüllt sein. Eine Sonnenbrille ohne passende Sehstärke erfüllt eine erforderliche Korrektur nicht. Praktisch sinnvoll ist eine Ersatzbrille, besonders bei Kontaktlinsen, langen Fahrten oder Reisen. Ob und wie ein Code nach einer Änderung der Sehleistung entfernt oder angepasst werden kann, entscheidet die Behörde auf Grundlage der erforderlichen Nachweise; eine Operation oder neue Brille ändert den Führerscheineintrag nicht automatisch.

Steht 01.06 in der letzten Zeile als klassenübergreifende Auflage, betrifft sie alle entsprechenden Fahrerlaubnisklassen. Steht ein Sehhilfencode nur in einer Klassenzeile, darf seine Position nicht ignoriert werden. Bei einem schwer lesbaren Dokument ist eine behördliche Auskunft sicherer als eine Vermutung.

Schlüsselzahlen 78 und 197: Automatik und Schaltkompetenz

Code 78

Die harmonisierte Schlüsselzahl 78 beschränkt die betreffende Klasse auf Fahrzeuge mit Automatikgetriebe. Sie wird in Verbindung mit der Klassenzeile gelesen. Ein Code 78 bei B sagt nicht automatisch etwas über eine getrennt erworbene Motorrad- oder Lkw-Klasse aus. Wer ein Schaltfahrzeug führen möchte, muss prüfen, ob die Beschränkung für diese Klasse wirksam aufgehoben wurde.

Code 197

Der nationale Code 197 dokumentiert nach Anlage 9, dass die Prüfung auf einem Kraftfahrzeug mit Automatikgetriebe abgelegt und die praktische Ausbildung zum Führen von Fahrzeugen der Klasse B mit Schaltgetriebe nach § 17a FeV absolviert wurde. Die Klasse B ist dadurch nicht mit Code 78 auf Automatik beschränkt.

197 ist keine allgemeine Aussage über alle Klassen und kein Ersatz für eine Schaltkompetenzregel bei späteren Erweiterungen. Wer anschließend beispielsweise BE, C oder D erwerben möchte, sollte vor der Ausbildung klären, welche Auswirkungen das Prüfungsfahrzeug und die vorhandene B197-Konstellation auf die neue Klasse haben. Die Fahrschule und Fahrerlaubnisbehörde können den konkreten Erwerbsweg anhand des Bestands erklären.

Beispiel

In der Zeile B steht 197. Die Person hat die B-Prüfung auf Automatik abgelegt und die vorgeschriebene Schaltausbildung samt Nachweis absolviert; für B besteht keine Automatikbeschränkung. Steht dagegen 78 in der B-Zeile, ist B auf Automatikfahrzeuge beschränkt, solange die Beschränkung nicht ordnungsgemäß aufgehoben wird. Aus einem mündlichen Hinweis der Fahrschule allein entsteht keine geänderte Eintragung.

79.06 und 96: zwei sehr unterschiedliche Anhänger-Codes

Schlüsselzahl 96

Code 96 gehört zur Klasse B. Er bezeichnet Kombinationen aus einem B-Zugfahrzeug und einem Anhänger mit mehr als 750 kg zGM, wenn die Summe der zulässigen Gesamtmassen mehr als 3.500 kg, aber höchstens 4.250 kg beträgt. Die Grenze 4.250 kg ist eingeschlossen. B96 ist die gebräuchliche Kurzbezeichnung, aber rechtlich handelt es sich um Klasse B mit Schlüsselzahl 96.

Beispiel: Auto 2.700 kg zGM plus Wohnanhänger 1.400 kg zGM ergibt 4.100 kg. Klasse B allein reicht wegen Anhänger über 750 kg und Summe über 3.500 kg nicht; mit wirksam eingetragenem Code 96 liegt die Kombination im beschriebenen Bereich. Anhängelast, tatsächliche Massen, Stützlast und Achslasten bleiben gesondert zu prüfen.

Schlüsselzahl 79.06

79.06 lautet nach Anlage 9 sinngemäß: Fahrzeugkombination der Klasse BE, bei der die zGM des Anhängers 3.500 kg übersteigt. Der Code kann insbesondere übertragene ältere Rechte abbilden. Er ist keine Schulungsvariante von B96 und nicht dasselbe wie eine regulär neu erteilte Klasse BE, deren Anhänger-zGM nach § 6 FeV höchstens 3.500 kg beträgt.

Beispiel: In der Zeile BE steht 79.06. Für die rechtliche Einordnung müssen Klasse, Code, mögliche weitere Zusätze, Erwerbshistorie und konkrete Fahrzeugkombination gemeinsam geprüft werden. Die bloße Zahl 79.06 darf nicht auf eine andere Person oder einen anderen Führerschein übertragen werden. Der Rechner für B, B96 und reguläres BE verweigert deshalb bewusst eine normale BE-Antwort, wenn die Anhänger-zGM über 3.500 kg liegt.

171 und 174: nationale Einträge aus alten Fahrerlaubnisrechten

Schlüsselzahl 171

171 ist eine nationale Zusatzberechtigung zur Klasse C1. Sie erweitert den beschriebenen Bestand auf Kraftfahrzeuge der Klasse D mit einer zGM von höchstens 7.500 kg, jedoch ohne Fahrgäste. Die Eintragung ist kein allgemeiner Busführerschein und erlaubt keine Personenbeförderung. Klasse, Gewichtsgrenze, fehlende Fahrgäste und weitere Einträge müssen zusammenpassen.

Ein typischer Denkfehler wäre: „D steht in der Erklärung, also darf ich Bus fahren.“ Tatsächlich grenzt der Code die Nutzung gerade auf Fahrten ohne Fahrgäste und die genannte Masse ein. Für berufliche oder sonstige Personenbeförderung bestehen eigenständige Anforderungen, die 171 nicht ersetzt.

Schlüsselzahl 174

174 ist eine nationale Erweiterung zur Klasse L aus übertragenem Altbestand. Sie betrifft das Führen bestimmter Zugmaschinen mit einer durch die Bauart bestimmten Höchstgeschwindigkeit von höchstens 40 km/h sowie bestimmter Kraftfahrzeuge mit höchstens 25 km/h und höchstens 50 cm³, jeweils innerhalb der amtlichen Beschreibung. Im Unterschied zum normalen L-Umfang ist die land- oder forstwirtschaftliche Zweckbindung in dieser Zusatzbeschreibung nicht enthalten.

Auch hier entscheidet nicht die Zahl allein. Fahrzeugart, bauartbedingte Höchstgeschwindigkeit, Hubraumgrenze, zugehörige Klasse und mögliche weitere Codes sind abzugleichen. 174 macht aus Klasse L keine allgemeine Pkw-, Lkw- oder schnelle Traktorberechtigung. Bei einem alten Besitzstand sollte die Behörde bestätigen, ob die Umschreibung vollständig ist.

Die verwandten Codes 172 und 175 haben andere amtliche Bedeutungen. Eine schlecht erkennbare letzte Ziffer kann daher die Auslegung ändern. Vergrößern Sie eine sichere Kopie nur lokal oder lassen Sie das Original prüfen; veröffentlichen Sie keine Fotos mit Führerscheinnummer, Geburtsdatum und Unterschrift.

Schlüsselzahl 196: bestimmte A1-Krafträder nur im Inland

196 erlaubt im Inland das Führen von Krafträdern, auch mit Beiwagen, bis 125 cm³, höchstens 11 kW und höchstens 0,1 kW/kg. Der Code wird zur Klasse B nach den Voraussetzungen des § 6b FeV eingetragen: Mindestalter 25 Jahre, mindestens fünf Jahre Klasse B und Fahrerschulung nach Anlage 7b. Zwischen Schulungsabschluss und Eintragung darf höchstens ein Jahr liegen.

196 ist keine Klasse A1. Daraus folgen zwei besonders wichtige Grenzen: Die Berechtigung gilt nur in Deutschland, und sie eröffnet nicht den vereinfachten Stufenaufstieg von A1 zu A2. Für Auslandsfahrten oder einen geplanten Aufstieg ist der reguläre Erwerb einer Motorradklasse zu prüfen.

Die drei Fahrzeuggrenzen gelten gleichzeitig. Ein Kraftrad mit 125 cm³ und 11 kW ist nicht umfasst, wenn sein Leistungsgewicht über 0,1 kW/kg liegt. Ebenso reicht eine umgangssprachliche Bezeichnung als „125er“ nicht. Der Motorradführerschein-Finder vergleicht B196 mit A1, A2 und A und zeigt die langfristigen Unterschiede.

Klasse, Code, Datum und Fahrzeug als gemeinsame Aussage

Ein Führerschein lässt sich wie ein Datensatz lesen: Die Klassenzeile nennt den Grundumfang, das Erteilungsdatum dokumentiert den zeitlichen Bestand, ein Ablaufdatum kann die Dokument- oder Klassenlage begrenzen und Feld 12 verändert oder erläutert den Umfang. Erst zusammen entsteht eine belastbare erste Einordnung.

Beispiel B mit 96

Die Klasse B liefert den Grundumfang. Code 96 erweitert nur den Anhängerbereich bis zur 4.250-kg-Kombinationsgrenze. Er hebt nicht die 3.500-kg-Grenze des B-Zugfahrzeugs auf und ändert keine technische Anhängelast.

Beispiel B mit 196 und 01.06

196 erweitert B im Inland auf bestimmte 125er-Krafträder. 01.06 verpflichtet zur Brille oder Kontaktlinsen. Beide Aussagen gelten gleichzeitig; der Motorradumfang beseitigt die Sehhilfenauflage nicht.

Beispiel BE mit 79.06

BE beschreibt die Kombination, 79.06 dokumentiert den besonderen Umfang für einen Anhänger über 3.500 kg zGM. Weitere Fahrzeug- und Besitzstandsgrenzen können bestehen. Ohne den tatsächlichen Eintrag kann ein Rechner dieses Recht nicht annehmen.

Beispiel B mit 197

Die praktische Prüfung wurde auf Automatik abgelegt, zusätzlich wurde die vorgeschriebene Schaltausbildung für B absolviert. Daraus darf nicht ohne Prüfung auf den Umfang einer späteren Erweiterungsklasse geschlossen werden.

Bei einem Umtausch vergleichen Sie den neuen Kartenführerschein zeitnah mit dem alten Dokument und dem Antrag. Bewahren Sie vorhandene Nachweise nach den Empfehlungen der Behörde auf. Fehlt ein erwarteter Besitzstand, fahren Sie nicht auf Basis einer Vermutung, sondern beantragen Sie eine Prüfung beziehungsweise Berichtigung.

Was tun bei unleserlichen, unbekannten oder scheinbar falschen Codes?

  1. Nicht raten: Ähnliche Ziffern wie 171/174 oder 78/79 können völlig andere Folgen haben.
  2. Vollständigen Kontext erfassen: Klasse, alle Codes, Datum und mögliche Klammerangaben notieren.
  3. Aktuelle Anlage 9 prüfen: Die amtliche Liste ist die Primärquelle; private Kurzlisten können veraltet oder gekürzt sein.
  4. Datenschutz wahren: Keine ungeschwärzten Führerscheinfotos in Foren oder soziale Netzwerke stellen.
  5. Behörde kontaktieren: Bei Altbestand, Umschreibung, ausländischer Fahrerlaubnis oder möglichem Druckfehler den amtlichen Fahrerlaubnisbestand prüfen lassen.
  6. Bis zur Klärung konservativ handeln: Kein Fahrzeug führen, dessen Berechtigung nur aus der unsicheren Lesart folgt.

Eine physisch beschädigte Karte kann ersetzt werden müssen. Die zuständige Fahrerlaubnisbehörde nennt Identitätsnachweis, Foto, Gebühren und weitere Unterlagen. Der Austausch eines Dokuments ist von einer materiellen Erweiterung der Fahrerlaubnis zu unterscheiden.

Quelle, Aktualität und Grenzen dieser Referenz

Die Bedeutungen wurden am gegen Anlage 9 FeV im amtlichen Portal „Gesetze im Internet“ geprüft. Ergänzend wurden für 96 § 6a, für 196 § 6b und für 197 § 17a FeV herangezogen. Die sichtbaren Erklärungen paraphrasieren die amtlichen Texte und verbinden sie mit typischen Leseaufgaben.

Die Seite ist bewusst keine vollständige Wiedergabe aller Schlüsselzahlen. Anlage 9 enthält zahlreiche medizinische Anpassungen, Fahrzeugbeschränkungen, Verwaltungsangaben und nationale Übergangscodes. Eine Auswahl verhindert, dass ein nicht behandelter Code fälschlich einer ähnlichen Zahl zugeordnet wird: Öffnen Sie dafür die vollständige amtliche Liste.

Die Seite prüft keinen persönlichen Fahrerlaubnisbestand und keine Echtheit. Sie kann nicht feststellen, ob eine Auflage inzwischen behördlich geändert wurde, ein ausländischer Code anerkannt wird oder ein Umtauschfehler vorliegt. Bei einer für die Fahrt entscheidenden Unsicherheit ist die Fahrerlaubnisbehörde die verbindliche Anlaufstelle.

Häufige Fragen zu Führerschein-Schlüsselzahlen

Wo finde ich die Schlüsselzahlen?

Auf der Rückseite des Kartenführerscheins in Feld 12, regelmäßig in der Zeile der betreffenden Klasse. Klassenübergreifende Angaben können in der letzten Zeile stehen.

Gelten dreistellige Codes im Ausland?

Nein. Nach Anlage 9 sind dreistellige nationale Schlüsselzahlen nur im Inland gültig.

Was ist der Unterschied zwischen 96 und 196?

96 erweitert Klasse B für bestimmte Anhängerkombinationen bis 4.250 kg zGM. 196 erweitert Klasse B im Inland auf bestimmte Krafträder bis 125 cm³, 11 kW und 0,1 kW/kg.

Darf ich mit 01.06 ohne Sehhilfe fahren?

Nein. 01.06 bedeutet Brille oder Kontaktlinsen; eine der zugelassenen Sehhilfen muss beim Fahren verwendet werden.

Ist B197 eine Automatikbeschränkung?

Nein. 197 dokumentiert Automatikprüfung plus vorgeschriebene Schaltausbildung für B; dadurch besteht für B keine Beschränkung auf Automatik wie bei Code 78.

Bedeutet 79.06 dasselbe wie BE?

Nicht genau. Reguläres BE begrenzt die Anhänger-zGM auf 3.500 kg. 79.06 dokumentiert einen besonderen BE-Umfang für Kombinationen mit einem Anhänger über 3.500 kg zGM.

Kann ich 196 zu A2 aufsteigen lassen?

Nein. Der vereinfachte Stufenaufstieg setzt Klasse A1 voraus; B196 ist keine Klasse A1.

Warum steht ein alter Besitzstand als Zahl auf der neuen Karte?

Moderne Klassen bilden alte deutsche Rechte nicht immer deckungsgleich ab. Nationale Codes können einen erhaltenen, begrenzten Zusatzumfang dokumentieren.

Was mache ich, wenn der Code beim Umtausch fehlt?

Vergleichen Sie Alt- und Neudokument und wenden Sie sich zeitnah mit vorhandenen Nachweisen an die Fahrerlaubnisbehörde. Verlassen Sie sich bis zur Klärung nicht auf einen nur vermuteten Umfang.

Kann diese Seite meinen vollständigen Code erklären?

Nur wenn er hier behandelt wird und keine persönlichen Zusätze die Bedeutung verändern. Nutzen Sie sonst die vollständige Anlage 9 oder eine behördliche Auskunft.

Prüfprotokolle für acht häufige Codes

01.06 prüfen

Klassenbezug oder letzte Zeile feststellen, passende Brille oder Kontaktlinsen verwenden und bei gewünschter Änderung ein behördliches Verfahren statt Selbstinterpretation wählen.

78 prüfen

Betroffene Klasse identifizieren und nur Automatikfahrzeuge dieser Klasse führen, bis eine ordnungsgemäße Aufhebung nachgewiesen ist. Andere Klassen werden anhand ihrer eigenen Zeile gelesen.

79.06 prüfen

Code muss mit BE gelesen werden. Er betrifft einen Anhänger über 3.500 kg zGM, sagt aber nicht allein, welches beliebige Gespann technisch zulässig ist. Altbestand und weitere Zusätze behördlich bestätigen.

96 prüfen

B-Zugfahrzeug, Anhänger über 750 kg und Summe der zGM über 3.500 bis einschließlich 4.250 kg. Für Anhänger bis 750 kg oder eine Summe bis 3.500 kg kann schon B reichen; oberhalb 4.250 kg reicht 96 nicht.

171 prüfen

Mit C1-Zeile lesen, zGM höchstens 7.500 kg und keine Fahrgäste. Der Code ist keine allgemeine D-Klasse und ersetzt keine beruflichen Anforderungen.

174 prüfen

Mit L-Zeile und Altbestand lesen. Fahrzeugart, bauartbedingte Geschwindigkeit und gegebenenfalls Hubraum prüfen; keine allgemeine Berechtigung aus dem Wegfall der normalen Zweckbindung ableiten.

196 prüfen

Mit B lesen, nur Inland, höchstens 125 cm³, 11 kW und 0,1 kW/kg. Nicht als A1 oder Aufstiegsbasis behandeln.

197 prüfen

Mit B lesen: Automatikprüfung und vorgeschriebene Schaltausbildung. Auswirkungen auf eine neu zu erwerbende Erweiterung vor deren Ausbildung klären.

Datenschutz bei einer Anfrage

Für eine erste Sachfrage genügt meist eine textliche Abschrift von Klasse und Code. Schwärzen Sie auf Kopien Name, Geburtsdatum, Führerscheinnummer, Foto und Unterschrift, sofern die Behörde nicht im gesicherten Verfahren vollständige Unterlagen verlangt. Senden Sie sensible Dokumente nicht an beliebige private Auskunftsseiten.

Korrektur nach fehlerhafter Ausstellung

Dokumentieren Sie Altführerschein, Antrag, neue Karte und schriftliche Kommunikation. Beschreiben Sie den vermuteten Fehler konkret nach Klassenzeile und Code. Die Behörde prüft den Fahrerlaubnisbestand; eine Website kann weder Karte noch Register ändern. Bis zur Klärung sollte kein Fahrzeug allein aufgrund des bestrittenen Rechts geführt werden.

Amtliche Quelle

Inhaltlich geprüft am 22. September 2026. Für die vollständige und rechtsverbindliche Codeliste gilt Anlage 9 FeV.

FeV Anlage 9 vollständig öffnen · Redaktionsgrundsätze

Lesematrix: Position verändert die Aussage

FundstelleLesartNächster Schritt
Code in Zeile BBezieht sich grundsätzlich auf BBedeutung plus B-Umfang prüfen
Code in Zeile BEBezieht sich auf BEZugfahrzeug, Anhänger und Zusatz prüfen
Code in letzter ZeileKann klassenübergreifend geltenVollständige Kartenrückseite lesen
Mehrere Codes mit KommaHäufung von AussagenAlle gleichzeitig anwenden
Codes mit SchrägstrichAmtlich gekennzeichnete AlternativenVollständigen Eintrag nachschlagen
79 ohne UntercodeUnvollständige Abschrift79er-Untercode exakt erfassen

Ein Fotoausschnitt nur der Zahl kann Klasse und Position verlieren. Für eine Auskunft wird die Zeile textlich vollständig abgeschrieben, ohne unnötig persönliche Kartendaten zu veröffentlichen.

Harmonisiert oder national: Entscheidungsmatrix

BeispielArtRäumliche Kernaussage
01.06EU-UntercodeHarmonisierte Sehhilfenauflage
78EU-CodeAutomatikbeschränkung der Klasse
79.06EU-UntercodeBesondere BE-Kombination
96EU-CodeB-Anhängerkombination bis 4.250 kg
171, 174Nationale CodesNur Inland, übertragene Alt-Rechte
196, 197Nationale CodesNur Inland; unterschiedliche Themen

„Harmonisiert“ bedeutet nicht, dass jede praktische Nutzung in jedem Staat identisch geregelt ist. Klasse, Code, Dokumentgültigkeit und örtliche Verkehrsregeln bleiben zu prüfen. „National“ bedeutet, dass aus dem Code außerhalb Deutschlands keine Berechtigung beansprucht wird.

Verifizierte Kombinationsbeispiele

B 01.06, 96

Beim Fahren ist Brille oder Kontaktlinse erforderlich. Zusätzlich darf eine B-Kombination mit Anhänger über 750 kg mehr als 3.500 bis höchstens 4.250 kg zGM erreichen. Die Sehhilfenauflage bleibt auch bei der Anhängerfahrt bestehen.

B 196, 01.06

Bestimmte 125er sind nur im Inland umfasst; gleichzeitig ist die Sehhilfe zu verwenden. 196 wird nicht zu A1, nur weil ein weiterer harmonisierter Code danebensteht.

B 197 und BE 78

197 betrifft die B-Konstellation aus Automatikprüfung und Schaltausbildung. Ein separat in der BE-Zeile eingetragenes 78 ist für BE zu beachten. Der B-Code hebt die Beschränkung einer anderen Klassenzeile nicht automatisch auf.

BE 79.06

Der besondere Anhängerumfang wird mit BE gelesen. O.1/O.2, tatsächliche Masse und Fahrzeugtechnik werden dadurch nicht erweitert.

C1 171

Der Code betrifft D-Fahrzeuge bis 7.500 kg ohne Fahrgäste. Bereits ein Fahrgast widerspricht dieser Zusatzbeschreibung; eine allgemeine Personenbeförderung folgt daraus nicht.

L 174

Die nationale Altberechtigung wird anhand Fahrzeugart und Geschwindigkeitsgrenze gelesen. Sie ist keine pauschale Fahrerlaubnis für beliebige selbstfahrende Maschinen.

Behördlicher Korrekturprozess bei einem möglichen Kartenfehler

  1. Neue Karte sofort nach Erhalt zeilenweise mit Antrag und altem Dokument vergleichen.
  2. Abweichung konkret notieren: betroffene Klasse, Feld, erwarteter und gedruckter Code.
  3. Altführerschein, Karteikartenabschrift oder sonstige vorhandene Nachweise sichern.
  4. Zuständige Fahrerlaubnisbehörde über einen geschützten Kontaktweg ansprechen und Prüfbedarf schildern.
  5. Erfragen, ob Originale, beglaubigte Kopien, persönliche Vorsprache oder eine Karteikartenabschrift der früheren Behörde nötig sind.
  6. Schriftliche Entscheidung und gegebenenfalls berichtigte Karte abwarten.
  7. Bis dahin keine Fahrt durchführen, die ausschließlich vom bestrittenen Eintrag abhängt.

Eine eigenhändige Änderung, ein Ausdruck von Anlage 9 oder eine private Auskunft ändert den amtlichen Bestand nicht. Bei Umzug kann die aktuelle Behörde Informationen der früher zuständigen Stelle benötigen. Halten Sie Vorgangsnummern und Abgabedaten fest, ohne sie öffentlich zu teilen.

Wenn eine Auflage nicht mehr erforderlich erscheint

Auch dann gilt der eingetragene Code bis zur wirksamen Änderung. Fragen Sie die Behörde, welcher ärztliche, augenärztliche oder fahrpraktische Nachweis erforderlich ist. Lassen Sie nicht nur ein neues Dokument drucken, sondern klären Sie die zugrunde liegende Änderung des Fahrerlaubnisbestands.

Wenn die Karte verloren oder beschädigt ist

Beantragen Sie Ersatz und lassen Sie den Registerbestand zugrunde legen. Erinnerungen oder private Fotos sind kein vollständiger Ersatz. Für eine unmittelbar notwendige Fahrt klären Sie mit der Behörde, welche vorläufigen Nachweise rechtlich vorgesehen sind.

Fallakten: vom sichtbaren Code zur belastbaren Antwort

01.06 in der letzten Zeile

Weil klassenübergreifende Angaben dort stehen können, wird die Sehhilfenauflage nicht nur einer benachbarten Klasse zugerechnet. Die Kartenstruktur wird vollständig gelesen.

Handschriftliche Notiz „B96“

Sie beweist keine Eintragung. Auf der Karte muss B mit 96 im wirksamen Bestand stehen. Schulungsbescheinigung und Antrag allein erlauben die Erweiterung noch nicht.

196 und Österreichreise

Der nationale Code gilt nur im Inland. Für die Reise wird eine reguläre Motorradklasse geprüft; eine Versicherungszusage ersetzt sie nicht.

197 wird mit 79 verwechselt

197 beschreibt B-Automatikprüfung mit Schaltausbildung. 79 braucht einen Untercode und betrifft eine andere Beschränkung. Punkt, Ziffernfolge und Klassenzeile werden erneut abgelesen.

Neue Karte ohne erwartetes 171

Die Person fährt keinen leeren Bus auf Erinnerung. Alter Führerschein und Umtauschunterlagen gehen zur Register- und Besitzstandsprüfung an die Behörde.

174 als allgemeine Traktorfreigabe

Die amtliche Beschreibung begrenzt Fahrzeugarten und Geschwindigkeiten. Zulassungsdaten werden vollständig verglichen.

BE 79.06 und schwerer Anhänger

Der Code kann den Fahrerlaubnisumfang erweitern, nicht Anhängelast oder Zuggesamtgewicht. Beide Prüfungen bleiben getrennt.

Brille nach Operation nicht mehr nötig

01.06 verschwindet nicht automatisch. Nachweis und Änderungsverfahren werden erfragt; bis zur wirksamen Änderung gilt die Auflage.

Ausländischer Code

Eine ähnliche Ziffer wird nicht automatisch nach deutscher Anlage 9 übersetzt. Ausstellungsstaat, Dokument und Anerkennung werden behördlich geprüft.

Karte beschädigt

Eine private Abschrift ersetzt den Führerschein nicht. Beim Ersatz wird der Registerbestand verwendet; erforderliche vorläufige Nachweise klärt die Behörde.

Qualitätskontrolle einer privaten Code-Erklärung

Eine belastbare Erklärung nennt die vollständige Zahl, unterscheidet harmonisierten und nationalen Code, ordnet ihn der richtigen Klassenzeile zu, zitiert die aktuelle Anlage 9 und trennt Fahrerlaubnisumfang von Fahrzeugtechnik. Sie verspricht keine Auslandsanerkennung für nationale Codes und leitet keine nicht eingetragenen Altrechte ab.

Warnzeichen sind Listen ohne Prüfdatum, verkürzte Aussagen wie „196 gleich A1“, das Weglassen von Untercodes, eine Vermischung von 96 und 196 oder die Behauptung, ein Code ändere technische Anhängelasten. Bei einer fahrentscheidenden Frage wird die Primärquelle geöffnet und der persönliche Eintrag gegebenenfalls behördlich geprüft.

Abschrift für eine sichere Anfrage

Formulieren Sie beispielsweise: „In Zeile BE stehen Erteilungsdatum …, Ablaufdatum … und Feld 12: 79.06. Welche fahrerlaubnisrechtliche Reichweite ist in meinem Registerbestand hinterlegt?“ So erhält die Behörde den Kontext, ohne dass das Dokument öffentlich verbreitet wird. Für eine medizinische Auflage nennen Sie den Code und fragen nach dem offiziellen Änderungsverfahren, nicht nach einer informellen Ausnahme.

Notieren Sie bei jeder Prüfung das Datum der verwendeten Anlage-9-Fassung. Ändert sich die amtliche Liste, wird die frühere private Zusammenfassung nicht weiterverwendet. Der persönliche Führerschein bleibt Ausgangspunkt; Quelle, Klassenzeile und vollständiger Code bilden gemeinsam die prüfbare Begründung. Unklare Restangaben werden vor jeder Fahrt amtlich geklärt.